RBS Doppelspurausbau Moosseedorf-Zollikofen

Schnellbeton für die Bahn - Ausgangslage

Ein Schnellbeton, der hauptsächlich bei der Instandsetzung von Flugpisten eingesetzt wird, bewährt sich auch optimal für andere zeitrelevante Betonapplikationen, zum Beispiel bei dem Doppelspurausbau Moosseedorf-Zollikofen, RBS-Linie Solothurn–Bern.

Die Bahnstrecke der RBS Linie Solothurn-Bern ist, bis auf einen kleinen Abschnitt, doppelspurig ausgebaut. Der 700 m lange Bahn-Abschnitt zwischen Moosseedorf und Zollikofen soll nun auch zu einer Doppelspur ausgebaut werden. Die Hauptarbeiten an der RBS Bahnstrecke beinhalten den Bau der Doppelspur, einer neuen Bahnunterführung, sowie die dafür notwendigen Stützmauern und erstrecken sich von März 2016 bis Dezember 2019. Die komplexen Bauarbeiten führen zu zeitweiligen Streckenunterbrüchen, sowohl auf der RBS-, als auch auf der SBB-Trasse. Für die Bahnunterführung werden mehrere Hilfsbrücken in Etappen versetzt. Dafür sollen die Auflager betoniert werden. Um die Unterbrüche so kurz wie möglich zu halten, kann die Bahnstrecke nur am Wochenende gesperrt werden.

Lösung und Beurteilung

Um den Bahnbetrieb so wenig und kurz wie möglich zu beeinträchtigen, muss der Beton für die Fundamente möglichst schnell erhärten und trocknen. Eine Streckensperrung ist nur während des Wochenendes möglich.

Die Wahl fiel deshalb auf den schnell erhärtenden Beton Concretum® Q-FLASH 2/20. Die gesamten Arbeiten – Abbau Gleisfahrbahn und Schotterbett, Aushub, Abschalen, Armieren, Betonieren, Aushärtung, Aufbau Gleisfahrbahn und Schotterbett – mussten zwischen Samstag 01:00 Uhr in der Früh und Montag vor 05:00 Uhr in der Früh abgeschlossen und der Beton für die Auflager voll belastbar sein. Die Arbeiten erstreckten sich über verschiedene Gleise. Somit war auch die Einbringungsmethode unterschiedlich. Bei den ersten Abschnitten wurde der Beton direkt aus dem Fahrmischer mit Förderband zum Bauteil transportiert. Im Bereich der mittleren und östlichen Gleise war die Zugänglichkeit schwieriger und so musste der Beton mit einer Pumpe eingebracht werden. Der Frischbeton war für die Einbauten mit Förderband während ca. 120 min gut verarbeitbar und konnte in dieser Zeit problemlos eingebaut werden. In den nachfolgenden Etappen wurde der Beton mit einer Betonpumpe zur Einbaustelle gefördert. Um hier genügend Zeit auch für die Reinigung der Fahrmischer und der Pumpe sicherzustellen, wurde eine möglichst gleichbleibende Verarbeitbarkeit über einen Zeitraum von etwas mehr als 2.5 Stunden gefordert.

Mit Concretum® Q‑FLASH 2/20 ist dies ohne Einschränkung der Betonqualität möglich, dank des auf den Schnellbeton abgestimmten Verzögerers. Die gleichbleibende Verarbeitbarkeit über ca. 90% der Verarbeitungszeit macht das Arbeiten mit einer Betonpumpe ohne Einschränkungen möglich. Mit der Verwendung des Schnellbetons Concretum® Q‑FLASH 2/20 reduziert sich die Erhärtungs- und Trocknungszeit auf ein absolutes Minimum. Bereits 2 Stunden nach Ende der Betonierarbeiten ist eine volle Belastung der Fundamente möglich, und der Wiedereinbau der Gleise konnte rechtzeitig fertiggestellt werden.  

Facts

  • Produkt

  • Anwendungsbereich

    Gleisbau, Tunnelbau

  • Einbauart

    Handeinbau

  • Kanton

    Bern

  • Ausführung

    2017, August

  • Bauherr

    Regionalverkehr Bern-Solothurn RBS

  • Planer/Bauunternehmer

    ARGE Frutiger Tiefbau, Planer: Emch+Berger AG

  • Betonproduzent

    Alluvia AG - Betonwerk Worblaufen